Vogel-Lexikon · Wasservögel

Kormoran Steckbrief · Gesang · Verbreitung

Phalacrocorax carbo

Der Kormoran (Phalacrocorax carbo) ist mit 80-100 cm ein grosser schwarz-irisierender Tauchvogel. Auffaellig: lang gestreckter Hals, langer Hakenschnabel, im Prachtkleid weisser Wangenfleck und Brutfaerbung am Kopf. In Deutschland brueten 25.000-30.000 Paare in Kolonien an Seen und Kuesten. Konfliktthema: Fischfresser-Image fuehrt zu Konflikten mit Fischerei. Kormorane wurden 2010 zum Vogel des Jahres gewaehlt.

Steckbrief in Kuerze: Der Kormoran wird 80-100 cm gross, wiegt 1,8-3,0 kg und hat eine Fluegelspannweite von 130-160 cm. Er lebt an stehenden und fliessenden Gewaessern sowie an Kuesten, jagt Fische durch Tauchen bis 30 m Tiefe, und wird im Schnitt 10-15 Jahre alt. Die Art ist nach IUCN nicht gefaehrdet (LC).

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Vogelstimme

Gesang des Kormorans

Heisere, rabenartige Rufe 'Krra-krra' an Brutkolonien - sonst meist schweigsam.

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Kormoran erkennen und Lebensweise

Der Kormoran ist gross, schlank, mit langem Hals und schwarz-glaenzendem Gefieder (mit gruenlich-bronzefarbenen Federsaeumen). Im Prachtkleid weisser Schenkel-Fleck und weisser Wangenfleck. Schnabel lang, am Ende hakenformig gebogen. Jungvoegel braun mit hellem Bauch. Lebensraum: alle groesseren Gewaesser (Seen, Stauseen, Flussmuendungen, Kuesten). Brut in Kolonien auf Baeumen am Wasser oder auf Felsen. Sehr soziale Voegel.

Kormoran: Wissenswertes & Kuriositäten

Sechs Dinge über den Kormoran, die selbst eingefleischten Beobachtern oft neu sind.

Fakt 1 / 4

Tauchgang bis 30 m Tiefe

Kormorane sind exzellente Taucher: Sie koennen 30 m tief tauchen und 90 Sekunden unter Wasser bleiben. Sie nutzen Fluegel und Fuesse zum Antrieb.

Fakt 2 / 4

Fluegeltrocknung

Anders als andere Wasservoegel hat der Kormoran keine wasserabweisenden Federn - daher das typische 'Fluegeltrocknen' nach dem Tauchgang. Diese 'Wassergleichgewichts'-Anpassung erleichtert das Tauchen durch geringeren Auftrieb.

Fakt 3 / 4

Vogel des Jahres 2010

Der Kormoran wurde 2010 zum Vogel des Jahres gewaehlt - als Botschafter fuer einen sachlichen Umgang in der Konflikt zwischen Naturschutz und Fischerei.

Fakt 4 / 4

Fischzucht in China

In China werden Kormorane seit ueber 1.000 Jahren zur Fischzucht eingesetzt: An einem Halsband (das das Schlucken grosser Fische verhindert) tauchen sie nach Fischen und bringen sie an Bord. Bei kleinerer Fische werden sie belohnt.

Verbreitung des Kormorans

  • Europa
  • Asien, Afrika, Australien, Nordamerika

Kormoran: Bildergalerie

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Häufige Fragen zum Kormoran

Sind Kormorane nuetzlich?

Aus Naturschutzsicht: ja - sie sind Teil eines intakten Oekosystems und regulieren Fischpopulationen. Aus Fischereisicht: Konfliktthema, da sie kommerziell genutzte Fische erbeuten. Die meisten Fischereischaeden sind aber lokal stark begrenzt und liegen im Durchschnitt bei 5-15% der Gesamtproduktion. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass langfristige Schaeden geringer sind als oft behauptet.

Wo leben Kormorane in Deutschland?

Flaechendeckend an Seen, Stauseen, grossen Fluessen und an der Nord- und Ostseekueste. Grosse Brutkolonien in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Im Winter konzentrieren sich viele tausend Vögel an offenen Gewaessern, besonders an Mittelrhein und Bodensee.

Warum wird der Kormoran gejagt?

Wegen Konflikten mit Fischerei und Angelvereinen. Bis 1980 war er in vielen Bundeslaendern fast ausgestorben. Seit dem Schutz wuchsen die Bestaende stark - heute gibt es regionale Bejagungs-Ausnahmen (Vergraemung, manchmal Abschuss) zur Reduzierung an besonders empfindlichen Fischgewaessern. Generelle Bejagung ist verboten.

Was frisst ein Kormoran pro Tag?

Ein erwachsener Kormoran benoetigt 400-700 g Fische pro Tag - das entspricht 10-20 Fischen mittlerer Groesse oder 2-5 groesseren Fischen. Hauptbeute: Plotze, Brassen, Barsche, Aale, Forellen. Er taucht mehrfach taeglich und kann seine Beute im Schnabel verschlucken oder waehrend des Auftauchens herauswuergen.

Wo ueberwintern die Kormorane?

Mitteleuropaeische Kormorane sind Teilzieher: Ein Teil zieht im Winter zur Atlantikkueste, ins Mittelmeer oder nach Westafrika; andere bleiben bei offenen Gewaessern in Deutschland. Wintergaeste aus Skandinavien, Baltikum und Russland verstaerken den Bestand. Konzentrationspunkte: Mittelrhein, Bodensee, Mosel, Donau.

Weitere Arten, die in ähnlichen Lebensräumen vorkommen oder häufig verwechselt werden.