Vogel-Lexikon · Wasservögel

Stockente Steckbrief · Gesang · Verbreitung

Anas platyrhynchos

Die Stockente (Anas platyrhynchos) ist mit 50-65 cm die haeufigste und bekannteste Ente Mitteleuropas. Maennchen im Prachtkleid mit gruen glaenzendem Kopf, gelbem Schnabel und weiss-grauem Koerper; Weibchen unauffaellig braun. In Deutschland brueten 290.000-450.000 Paare. Sie ist Ursprung fast aller Hausenten und sehr anpassungsfaehig an menschliche Naehe.

Steckbrief in Kuerze: Die Stockente wird 50-65 cm gross, wiegt 750-1.500 g und hat eine Fluegelspannweite von 81-98 cm. Sie lebt an Gewaessern aller Art - vom Bach bis zum Stadtteich, ernaehrt sich von Wasserpflanzen, Samen, Insekten und Kleinkrebsen, und wird im Schnitt 5-10 Jahre alt. Die Art ist nach IUCN nicht gefaehrdet (LC).

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Vogelstimme

Gesang des Stockentes

Bekanntes weibliches 'Naek-naek-naek'-Quaken und maennliches leises 'Reb' - der Mallard-Standard.

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Stockente erkennen und Lebensweise

Stockenten-Maennchen im Prachtkleid sind unverwechselbar: metallisch gruen glaenzender Kopf, gelber Schnabel, weisser Halsring, kastanienbraune Brust, grau-weisser Koerper, schwarzer Steiss mit charakteristischen Lockenfedern. Weibchen sind unauffaellig braun gemustert. Im Sommer (Mauserzeit Juli-September) wechseln Maennchen ins 'Ruhekleid' und sehen den Weibchen aehnlich. Lebt an allen Gewaessern - von Bach ueber Fischteich bis Stadtsee.

Stockente: Wissenswertes & Kuriositäten

Sechs Dinge über den Stockente, die selbst eingefleischten Beobachtern oft neu sind.

Fakt 1 / 4

Ursprung der Hausente

Die Stockente ist die Stammform fast aller domestizierten Entenrassen weltweit. Die Domestikation begann vor ueber 4.000 Jahren in China; heute gibt es hunderte verschiedener Hausenten-Rassen.

Fakt 2 / 4

Schluessel-Hybridart

Stockenten kreuzen sich mit fast allen anderen Schwimmenten-Arten - Hybride mit Spiessente, Pfeifente, Schnatterente, Krickente sind regelmaessig zu sehen. Sie sind genetisch sehr flexibel.

Fakt 3 / 4

Ruhekleid wie Weibchen

Im Hochsommer (Juli-September) mauserd Stockenten-Maennchen ihr Prachtkleid und sehen den Weibchen aehnlich (sogenanntes 'Ruhekleid' oder 'Eclipse-Federn'). Erst im September/Oktober kommt das Prachtkleid zurueck.

Fakt 4 / 4

Bis zu 13 Kueken pro Brut

Stockenten legen 7-13 Eier pro Brut. Die Kueken sind Nestfluechter - sie verlassen das Nest nach wenigen Stunden und folgen der Mutter zum Wasser. Mutter fuehrt die Kueken 6-8 Wochen, danach selbststaendig.

Verbreitung des Stockentes

  • Ganz Europa
  • Asien, Nordafrika, Nordamerika
  • Eingebürgert in Australien und Neuseeland
Verbreitungskarte Stockente

Stockente: Bildergalerie

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Häufige Fragen zum Stockente

Wie unterscheide ich Stockenten-Maennchen und -Weibchen?

Maennchen im Prachtkleid: gruener Kopf, gelber Schnabel, weisser Halsring, kastanienrote Brust. Weibchen: einheitlich braun-gefleckt, mit orange-gelblichem Schnabel. Im Mauser-Sommer aehneln sich Maennchen und Weibchen, aber Schnabel-Faerbung unterscheidet sie. Im Flug haben beide blau-violette Spiegelfeder am Fluegel.

Was fressen Stockenten?

Allesfresser. Hauptnahrung: Wasserpflanzen (Wasserpest, Algen), Samen (Gras, Getreide), Kleinkrebse, Insekten, Schnecken, kleine Fische und Kaulquappen. In Stadtparks fressen sie auch Brot und Vogelfutter. Sie 'gruendeln': Kopf untertauchen, Po nach oben, um Nahrung vom Grund zu holen.

Wo brueten Stockenten?

Am Boden in dichter Ufervegetation, manchmal in Schilf, an alten Weiden, in Erdmulden. Stadtbrut auch in Blumenkaesten, Hochterrassen, Innenhoefen - hunderte Meter vom Wasser entfernt. Das Weibchen brutet alleine 26-28 Tage; das Maennchen verlaesst nach der Eiablage.

Wie alt werden Stockenten?

Durchschnittlich 5-10 Jahre in freier Wildbahn. Der aelteste bekannte Wildvogel wurde 29 Jahre alt. Stadtente koennen besonders langlebig sein - regelmaessige Fuetterung und weniger Greifvoegel begünstigen ein langes Leben.

Sind Stockenten gefaehrlich?

Nicht direkt - aber Stockerichen koennen in der Brutzeit aggressives Paarungsverhalten zeigen und auch gegen weibliche Stockenten gewalttaetig sein (gruppenvergewaltigung der Erpel ist dokumentiert). Fuer Menschen besteht keine Gefahr; aber Hunde sollten von Brutplaetzen ferngehalten werden.

Weitere Arten, die in ähnlichen Lebensräumen vorkommen oder häufig verwechselt werden.