Vogel-Lexikon · Wasservögel

Haubentaucher Steckbrief · Gesang · Verbreitung

Podiceps cristatus

Der Haubentaucher (Podiceps cristatus) ist mit 46-51 cm der groesste heimische Lappentaucher und ein ikonischer Wasservogel europaeischer Seen. Im Prachtkleid traegt er auffaellige schwarze Federohrenhauben und eine kastanienbraun-schwarze Halskrause - daraus entspringt sein Name. Beruehmt sind seine ritualisierten Balztaenze auf dem Wasser. In Deutschland brueten 23.000-31.000 Paare.

Steckbrief in Kuerze: Der Haubentaucher wird 46-51 cm lang, wiegt 600-1.500 g und hat eine Fluegelspannweite von 85-90 cm. Er lebt auf naehrstoffreichen Seen und Teichen mit Schilfrand, ernaehrt sich von Fischen, und wird im Schnitt 7-10 Jahre alt. Die Art ist nach IUCN nicht gefaehrdet (LC).

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Vogelstimme

Gesang des Haubentauchers

Knurrendes 'Krrru' und tiefe Ratter-Rufe waehrend Balztanz.

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Haubentaucher-Bestimmung und Balztanz

Der Haubentaucher hat eine schlanke Silhouette mit langem Hals, spitzem Schnabel und einer aufrichtbaren schwarzen Federhaube auf dem Kopf, dazu im Prachtkleid eine kastanienbraun-schwarze Halskrause. Im Schlichtkleid (Winter) verschwindet die Krause; die Haube bleibt erhalten. Maennchen und Weibchen sehen identisch aus. Beruehmt ist der ritualisierte Pinguin-Tanz, bei dem das Paar mit Schilfhalmen im Schnabel aufeinander zukommt - eines der schoensten Vogel-Schauspiele Europas.

Haubentaucher: Wissenswertes & Kuriositäten

Sechs Dinge über den Haubentaucher, die selbst eingefleischten Beobachtern oft neu sind.

Fakt 1 / 4

Pinguin-Tanz auf dem See

Der ritualisierte 'Pinguin-Tanz' zeigt das frisch verpaarte Paar aufrecht aus dem Wasser steigend mit Schilfhalmen im Schnabel - einer der beeindruckendsten Balzrituale unter europaeischen Voegeln.

Fakt 2 / 4

Schwimmender Kindergarten

Frisch geschlüpfte Kueken werden auf dem Ruecken der Eltern getragen und versteckt - oft schaut nur das Schnaebelchen aus dem Federkleid. Sie bleiben fast 4 Wochen schwimmend bei den Eltern.

Fakt 3 / 4

Schluckt Federn

Haubentaucher fressen ihre eigenen Federn - eine evolutionaere Anpassung: Die Federn polstern den Magen und schuetzen vor scharfen Fischgraten. Sie werden zusammen mit unverdaulichen Resten ausgewuergt.

Fakt 4 / 4

Taucht bis 30 m

Auf der Suche nach Fischen kann der Haubentaucher bis zu 30 m tief tauchen und 45 Sekunden unter Wasser bleiben - einer der besten Taucher unter europaeischen Wasservoegeln.

Verbreitung des Haubentauchers

  • Europa
  • Asien, Afrika, Australien, Neuseeland

Haubentaucher: Bildergalerie

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Häufige Fragen zum Haubentaucher

Woher kommt das Schimpfwort Haubentaucher?

Das Wort 'Haubentaucher' wird in einigen deutschen Regionen als abwertender Begriff fuer junge Bayern oder Trachtler verwendet, weil der Vogel mit seinen aufgerichteten Federn an Hut-Verzierungen erinnert. Es ist ein gleich abwertendes wie regionales Schimpfwort - keine wissenschaftliche Bedeutung.

Wie tief taucht ein Haubentaucher?

Bei der Jagd nach Fischen taucht der Haubentaucher regelmaessig 5-15 m tief, kann aber bis zu 30 m erreichen und 45 Sekunden unter Wasser bleiben. Er nutzt seine starken Lappen-Fuesse zum Antrieb. Damit gehoert er zu den besten Tauchern unter europaeischen Wasservoegeln, vergleichbar mit Kormoran und Eistaucher.

Ist Haubentaucher eine Beleidigung?

In bestimmten regionalen Sprachgebrauchen ja - als abwertendes Wort fuer Personen mit auffaelligem Hut, traditioneller Kleidung oder bestimmten Frisuren. Im standarddeutschen Sprachgebrauch jedoch nicht. Die Bedeutung ist hauptsaechlich umgangssprachlich und regional begrenzt.

Ist der Haubentaucher eine Ente?

Nein - der Haubentaucher gehoert zu den Lappentauchern (Podicipediformes), einer eigenen biologischen Ordnung. Enten gehoeren zu den Gaensevoegeln (Anseriformes). Unterschiede: Haubentaucher haben Lappen-Fuesse (mit einzelnen, schwimmlappenartigen Hautlappen an jedem Zeh), Enten haben Schwimmhaeute. Schnabel ist beim Haubentaucher spitz und dolchartig, bei Enten flach.

Wo lebt der Haubentaucher?

Auf groesseren, naehrstoffreichen Seen und Teichen mit Schilfrand. Er bevorzugt klare Gewaesser mit Kleinfisch-Bestand. In Deutschland weit verbreitet auf Seen, Stauseen, Tagebauseen und Fischteichen. Schwerpunkte: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Bodensee, Bayern. Er meidet stark verbaute Ufer.

Weitere Arten, die in ähnlichen Lebensräumen vorkommen oder häufig verwechselt werden.