Vogel-Lexikon · Wasservögel

Graureiher Steckbrief · Gesang · Verbreitung

Ardea cinerea

Der Graureiher (Ardea cinerea) ist mit 84-102 cm ein typischer Anblick an deutschen Gewaessern - geduldig auf einem Bein stehend, blau-grau gefiedert, mit langem Hals und dolchartigem gelbem Schnabel. In Deutschland brueten 28.000-35.000 Paare in Kolonien (Reiherkolonien auf Bauminseln). Er war 1985 Vogel des Jahres.

Steckbrief in Kuerze: Der Graureiher wird 84-102 cm gross, wiegt 1,0-2,1 kg und hat eine Fluegelspannweite von 155-195 cm. Er lebt an Gewaessern, Wiesen und Aeckern, jagt Fische, Maeuse, Frösche und Insekten, und wird im Schnitt 7-10 Jahre alt. Die Art ist nach IUCN nicht gefaehrdet (LC), Vogel des Jahres 1985.

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Vogelstimme

Gesang des Graureihers

Heisere, krachende 'Khraehk'-Rufe, vor allem an Brutkolonien.

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Graureiher erkennen und Jagdverhalten

Gross, schlank, mit langen Beinen, langem Hals und dolchartigem gelb-orangefarbenem Schnabel. Gefieder: blaugrauer Ruecken, weisse Brust mit dunklen Streifen, schwarz-grauer Augenstreif und Schopfeder. Im Flug typisches Reiher-Profil: Hals zurueckgezogen (im Gegensatz zu Storch oder Kranich, die ihn gestreckt halten). Jagdverhalten: Geduldig auf einem Bein im flachen Wasser stehend, dann Blitzschnell-Zustoss mit dem Schnabel auf Fische, Frösche, Maeuse.

Graureiher: Wissenswertes & Kuriositäten

Sechs Dinge über den Graureiher, die selbst eingefleischten Beobachtern oft neu sind.

Fakt 1 / 4

Vogel des Jahres 1985

Der Graureiher war 1985 Vogel des Jahres - als Aufmerksamkeits-Botschafter gegen die jahrhundertealte Verfolgung als 'Fischraeuber' und fuer den Schutz von Reiher-Kolonien.

Fakt 2 / 4

Bauminseln-Brueter

Graureiher brueten in Kolonien (Reiherkolonien oder 'Reiherinseln') auf hohen Baeumen, oft am Wasser. Eine Kolonie kann ueber 100 Brutpaare umfassen - die groesste in Deutschland liegt im Nationalpark Mueritz.

Fakt 3 / 4

Steht stundenlang ohne Bewegung

Beim Pirschjagen kann ein Graureiher stundenlang regungslos im flachen Wasser stehen - er wartet auf herankommende Fische. Selbst leichteste Wasserbewegungen erkennen seine Augen.

Fakt 4 / 4

Maeuse statt Fische

Anders als sein Ruf jagt der Graureiher nicht nur Fische - im Winter und in der Maeuseplage frisst er vor allem Wuhlmaeuse, Maeuse, und Frösche. Auf Wiesen weit weg vom Wasser gesehen ist er kein Zufall.

Verbreitung des Graureihers

  • Ganz Europa
  • Asien, Afrika
  • Madagaskar
Verbreitungskarte Graureiher

Graureiher: Bildergalerie

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Häufige Fragen zum Graureiher

Welcher Vogel sieht dem Graureiher aehnlich?

Andere Reiher-Arten: Silberreiher (gross, ueberall weiss), Purpurreiher (kleiner, rotbrauner), Nachtreiher (kleiner, schwarz-weiss). Der Kranich ist groesser, mit langem Hals im Flug gestreckt (Reiher: zurueckgezogen). Storch ist groesser, mit roten Beinen und Schnabel. Im Sitzen oder Stehen ist die Verwechslung zwischen Reiher und Kranich auf der Wiese am haeufigsten.

Wo leben Graureiher in Deutschland?

Flaechendeckend an allen groesseren Gewaessern. Schwerpunkt: Norddeutschland, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern. Im Winter konzentrieren sich Vögel an offenen Gewaessern, dazu auch auf Maeuse-reichen Wiesen weit weg vom Wasser. Reiherkolonien auf hohen Baeumen sind wichtige Brutplaetze; viele Kolonien sind jahrzehntealt.

Was ist der Unterschied zwischen Graureiher und Kranich?

Graureiher: 84-102 cm, blaugrau mit weissem Bauch, langer schwarzer Schopf, im Flug Hals zurueckgezogen, ruft 'Khraehk'. Kranich: 110-130 cm groesser, einheitlicher grau, ohne deutlichen Schopf, langer Hals im Flug gestreckt, ruft trompetende 'Krruu-krruu'. Bei Beobachtung: Hals-Haltung im Flug ist entscheidend.

Was bedeutet es, wenn man einen Graureiher sieht?

Eine Graureiher-Sichtung zeigt eine intakte Wasservogel-Population und reichlich Fischnahrung. Auf Wiesen ist er Maeuse-Jaeger - ein gutes Zeichen fuer eine intakte Bauern-Oekologie. In Stadtparks und an Teichen oft sehr zutraulich; lange Bejagung hat ihn nicht verlernt, die Naehe von Menschen zu suchen.

Was sind die Besonderheiten von Graureihern?

Erstens: koloniale Brut auf hohen Baeumen mit oft hundert Paaren pro Kolonie. Zweitens: vielseitige Jagd nicht nur am Wasser sondern auch auf Wiesen (Maeuse). Drittens: extreme Geduld - kann stundenlang regungslos lauern. Viertens: charakteristischer S-foermiger Hals im Flug. Fuenftens: Vogel des Jahres 1985 nach jahrhundertelanger Verfolgung.

Weitere Arten, die in ähnlichen Lebensräumen vorkommen oder häufig verwechselt werden.