Vogel-Lexikon · Singvögel
Stieglitz Steckbrief · Gesang · Verbreitung
Carduelis carduelis
Der Stieglitz (Carduelis carduelis), auch Distelfink genannt, ist mit seinem leuchtend roten Gesicht, schwarz-weissen Kopf und gold-gelben Fluegelbinden einer der buntesten Singvoegel Europas. Mit 12-13 cm Koerperlaenge ist er etwa spatzengross. Er wurde 2016 zum Vogel des Jahres gewaehlt; in Deutschland brueten 470.000-770.000 Paare. Sein deutscher Name 'Distelfink' kommt von seiner Vorliebe fuer Disteln und andere stachelige Samentraeger.
Steckbrief in Kuerze: Der Stieglitz wird 12-13 cm lang, wiegt 14-19 g und hat eine Fluegelspannweite von 21-26 cm. Er lebt in halboffener Kulturlandschaft, Streuobstwiesen, Gaerten und Parks, ernaehrt sich von Distel-, Lowenzahn- und Erlensamen, und wird im Schnitt 3-5 Jahre alt. Die Art ist nach IUCN nicht gefaehrdet (LC).
- #Singvogel
- #Fink
- #Vogel des Jahres 2016
- #Standvogel
- #Samenfresser
Vogelstimme
Gesang des Stieglitzs
Klingelnde, perlende Strophen mit zwitscherndem 'Stieglit-stieglit' - daher der Name.
Zuletzt aktualisiert:
Stieglitz erkennen: bunte Vielfalt
Der Stieglitz ist unverwechselbar durch sein farbiges Kopfmuster: leuchtend rote Maske rund um Schnabel und Augen, schwarz-weisses Kopfgefieder, brauner Ruecken, weisser Bauch. Im Flug fallen die breiten goldgelben Fluegelbinden auf - eines der spektakulaersten Farbsignale unter Voegeln. Maennchen und Weibchen aehneln sich, das Maennchen hat ein etwas intensiver rotes Gesicht. Jungvoegel zeigen noch kein Rot und sind unauffaelliger braun-grau.
Distel-Spezialist und Schwarmvogel
Stieglitze sind Samen-Spezialisten und haben einen schlanken, spitzen Schnabel zum Picken von Sameen aus Bluetenkoepfchen. Sie hangeln sich akrobatisch an Disteln, Wegwarte, Karde, Loewenzahn und Erlen-Zaepfchen. Im Sommer ergaenzen sie ihre Nahrung mit Blattlaeusen und kleinen Insekten zur Brutaufzucht. Ausserhalb der Brutzeit leben sie in Trupps von oft 20-50 Tieren und sind hochsozial. Sie brueten relativ spaet (Mai-August) - oft, wenn die ersten Samen reifen.
Verbreitung des Stieglitzs
- Ganz Europa
- Nordafrika
- Vorderasien bis Zentralasien
- In Nord- und Südamerika eingebürgert
Stieglitz: Bildergalerie
Klicke auf ein Bild, um es im Vollbild zu öffnen — mit den Pfeiltasten oder durch Wischen navigierst du zwischen den Aufnahmen.
Häufige Fragen zum Stieglitz
Ist ein Stieglitz selten?
Nein - mit 470.000-770.000 Brutpaaren ist er in Deutschland nicht selten, aber die Bestaende sind seit den 1990ern um 30-50% zurueckgegangen wegen Verlust artenreicher Saumstrukturen, Wegraender und Brachen. Daher Vogel des Jahres 2016. In Stadtparks und naturnahen Gaerten ist er aber noch regelmaessig zu beobachten.
Was essen Stieglitze am liebsten?
Samen von Disteln, Karde, Loewenzahn, Wegwarte und Wegerich stehen ganz oben. Im Spaetherbst und Winter sind Erlenzaepfchen, Birken- und Hanfsamen wichtig. An Futterstellen schaetzen sie Nigersamen (Niger-Saatgut), Hanf und Sonnenblumenkerne in Pellet-Form.
Wo sind die Stieglitze im Winter?
Mitteleuropaeische Stieglitze sind Teilzieher: Ein Teil bleibt das ganze Jahr im Brutgebiet, andere ziehen suedwestwaerts bis Frankreich oder ins Mittelmeer. Im Winter bilden sie Trupps von 20-100 Voegeln, die durch offene Landschaften, Brachen und Naturwiesen wandern. Wintergaeste aus Nord-/Osteuropa kommen ebenfalls nach Mitteleuropa.
Wie sieht das Weibchen vom Stieglitz aus?
Sehr aehnlich wie das Maennchen: rote Gesichtsmaske, schwarz-weisser Kopf, goldgelbe Fluegelbinden. Unterschiede sind subtil: das Maennchen hat ein etwas intensiver leuchtendes Rot, das bis hinter das Auge reicht; beim Weibchen ist die Rotzone meist etwas kleiner. Im Feld sehr schwer zu unterscheiden.
Was frisst der Stieglitz am liebsten?
Distelsamen sind die absolute Lieblingsnahrung - daher der Beiname 'Distelfink'. Dazu Karden-, Wegerich- und Loewenzahnsamen. Im Winter besonders Erlenzaepfchen-Samen. An Futterstellen Niger-Saat und feiner Hanfschrot - klassisches Sonnenblumenfutter ist weniger beliebt.
Wo bevorzugen Stieglitze Nistplaetze?
Im aeusseren Geaest hoher Laubbaeume - oft Linden, Ahorn, Birken oder Obstbaeume in 4-12 m Hoehe. Das Nest aus feinen Halmen, Wurzeln und Tierhaaren wird auf duenne, weit aussen liegende Zweige gebaut. Sie brueten gern in Streuobstwiesen, Parks, Alleen und an Waldraendern - selten in dichten Waeldern.
Ähnliche Vögel im Lexikon
Weitere Arten, die in ähnlichen Lebensräumen vorkommen oder häufig verwechselt werden.