Vogel-Lexikon · Singvögel

Pirol Steckbrief · Gesang · Verbreitung

Oriolus oriolus

Der Pirol (Oriolus oriolus) ist mit 22-25 cm der einzige tropisch wirkende Vogel Mitteleuropas. Maennchen sind leuchtend gelb mit schwarzen Fluegeln und Schwanz, Weibchen unauffaellig gelbgruen. In Deutschland brueten 22.000-40.000 Paare in alten Auenwaeldern und lichten Laubwaeldern. Sein floetender 'Pueloioh'-Ruf hat ihm seinen Namen gegeben. Er ist heimlich und schwer zu sehen.

Steckbrief in Kuerze: Der Pirol wird 22-25 cm gross, wiegt 60-80 g und hat eine Fluegelspannweite von 44-47 cm. Er lebt in alten Laub- und Auenwaeldern, ernaehrt sich von Insekten, Raupen und Beeren, und wird im Schnitt 5-7 Jahre alt. Die Art ist nach IUCN nicht gefaehrdet (LC), Zugvogel nach Afrika.

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Vogelstimme

Gesang des Pirols

Beruehmtes, flötendes 'Pueloioh' - tropisch klingend, hoch und langgezogen.

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Pirol erkennen und Lebensweise

Pirol-Maennchen sind unverwechselbar: kanariengelb mit schwarzen Fluegeln, schwarzem Schwanz und rotem Schnabel. Weibchen sind gelbgruen, viel unauffaelliger - oft mit Gruenfink verwechselbar (aber groesser). Sehr heimlich; lebt in den Wipfeln alter Pappeln, Eichen und Auenwaeldern. Eher zu hoeren als zu sehen. Brutzeit Mai-Juli, dann lange Reise zurueck nach Suedafrika.

Pirol: Wissenswertes & Kuriositäten

Sechs Dinge über den Pirol, die selbst eingefleischten Beobachtern oft neu sind.

Fakt 1 / 4

Tropisches Aussehen mitten in Europa

Pirol-Maennchen sehen aus, als gehoerten sie nicht zu Europa - das leuchtende Gelb erinnert eher an asiatische oder afrikanische Voegel. Der Pirol ist der einzige Vertreter seiner Familie (Oriolidae) in Europa.

Fakt 2 / 4

10.000 km nach Suedafrika

Pirole ueberwintern in Suedafrika - bis zu 10.000 km pro Strecke. Sie sind die heimischen Voegel mit einem der laengsten Zugwege ueberhaupt.

Fakt 3 / 4

Hangenest in Auenwaeldern

Pirole brueten in einem hangenden Beutel-Nest, das wie eine Haengematte zwischen zwei waagerechten Aesten gespannt wird - oft 10-20 m hoch. Die Konstruktion ist erstaunlich stabil.

Fakt 4 / 4

Floetender Namensgeber

Der Pirol-Ruf 'Pueloioh' (oder phonetisch 'Pi-ro-lo') hat ihm in vielen europaeischen Sprachen den onomatopoetischen Namen gegeben - lateinisch 'Oriolus' kommt aus dem gleichen Sprachstamm.

Verbreitung des Pirols

  • Europa (außer Norden)
  • Westsibirien
  • Überwinterung im südlichen Afrika

Pirol: Bildergalerie

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Häufige Fragen zum Pirol

Wo lebt der Pirol in Deutschland?

Vor allem in Auenwaeldern und alten Laubwaeldern in waermen Regionen - Schwerpunkt: Brandenburg, Sachsen-Anhalt, NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Wuerttemberg, Bayern. Im Norden und in Hochlagen seltener. Auenwald-Verlust ist Hauptgefaehrdung. Auch in Stadtparks mit alten Baeumen anzutreffen.

Wann singt der Pirol?

Von Mitte Mai (Ankunft) bis Anfang Juli. Hoehepunkt im Juni, vor allem in den Morgenstunden. Der typische 'Pueloioh'-Ruf wird mehrmals taeglich aus den Wipfeln gerufen. Im August sind die Maennchen meist verstummt und ziehen bald nach Afrika.

Wie erkenne ich einen Pirol?

Maennchen: leuchtend kanariengelb mit schwarzen Fluegeln, schwarzem Schwanz und rotem Schnabel. Weibchen: gelbgruen, unauffaelliger, oft mit Gruenfink verwechselbar. Wichtig: Pirol ist groesser als Gruenfink (22-25 cm vs. 14-16 cm) und hat den charakteristischen flötenden Ruf.

Was frisst der Pirol?

Hauptsaechlich Insekten und Raupen aus den Baumwipfeln - vor allem Schmetterlinge, Heuschrecken, Wespen und Spinnen. Im Spaetsommer fressen sie auch Beeren (Schwarzer Holunder, Maulbeeren, Wildkirschen, Kirschen) - dadurch koennen sie in Streuobstwiesen gelegentlich auch als Schaedling betrachtet werden.

Wo brueten Pirole?

In einem hangenden, beutelartigen Nest zwischen zwei waagerechten Aesten - oft in 10-20 m Hoehe in alten Pappeln, Eichen, Birken oder Eschen. Das Nest ist so versteckt, dass es schwer zu finden ist. Jedes Brutpaar legt 3-5 Eier, die in 16-17 Tagen ausgebruetet werden.

Weitere Arten, die in ähnlichen Lebensräumen vorkommen oder häufig verwechselt werden.