Vogel-Lexikon · Singvögel

Blaukehlchen Steckbrief · Gesang · Verbreitung

Luscinia svecica

Das Blaukehlchen (Luscinia svecica) ist mit 13-14 cm ein kleiner, scheuer Singvogel - Maennchen mit einer leuchtend himmelblauen Kehle, in der Mitte ein roter (oder weisser) 'Stern'. In Deutschland brueten 4.500-7.000 Paare; war 1973 Vogel des Jahres. Stark schwankende Bestaende, abhaengig von Brutgebiet-Feuchtigkeit. Sommerzieher nach Afrika.

Steckbrief in Kuerze: Das Blaukehlchen wird 13-14 cm gross, wiegt 16-23 g und hat eine Fluegelspannweite von 20-22 cm. Es lebt in Schilfgebieten, Roehrichten, Mooren und Auen, ernaehrt sich von Insekten, und wird im Schnitt 2-3 Jahre alt. Die Art ist nach IUCN nicht gefaehrdet (LC), Vogel des Jahres 1973.

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Vogelstimme

Gesang des Blaukehlchens

Komplexer, melodischer Gesang mit vielen Imitationen - aehnlich Nachtigall.

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Blaukehlchen erkennen und Lebensraum

Blaukehlchen-Maennchen sind unverkennbar: leuchtend himmelblaue Kehle mit weissem (Weisssterniges Blaukehlchen, Westeuropa) oder rotem (Rotsterniges, Osteuropa) zentralen 'Stern'. Schwarze Linie unter der blauen Kehle, dann rostroter Brustband. Weibchen unauffaellig braun. Lebensraum: feuchte Schilfgebiete, Auen, Moore, Verlandungszonen. In Deutschland vor allem in Nordosten (Mecklenburg, Brandenburg) und an Donau-, Rhein-Aue.

Blaukehlchen: Wissenswertes & Kuriositäten

Sechs Dinge über den Blaukehlchen, die selbst eingefleischten Beobachtern oft neu sind.

Fakt 1 / 4

Vogel des Jahres 1973

Das Blaukehlchen war 1973 Vogel des Jahres - als Aufmerksamkeits-Botschafter fuer die Erhaltung von Feuchtgebieten und Auenwaeldern, die durch Trockenlegung verschwinden.

Fakt 2 / 4

Imitationskunst wie Nachtigall

Blaukehlchen sind hervorragende Imitatoren - ein Maennchen kann bis zu 20 verschiedene andere Vogelarten in seinen Gesang einbauen. Sie zaehlen zu den kunstvollsten Singvoegeln Europas, vergleichbar mit der Nachtigall.

Fakt 3 / 4

Wetterabhaengiger Bestand

Blaukehlchen-Bestaende schwanken extrem mit Wetterbedingungen: In feuchten Jahren mit hohen Schilfwasserstaenden brueten viele Paare; in trockenen Jahren brueten viele nicht oder verlieren die Brut. Daher die starken Bestandsfluktuationen.

Fakt 4 / 4

Zwei Unterarten in Deutschland

In Deutschland gibt es zwei Unterarten: Weisssterniges Blaukehlchen (cyanecula, im Westen) und Rotsterniges Blaukehlchen (svecica, sehr selten im Osten als Wintergast/Durchzuegler).

Verbreitung des Blaukehlchens

  • Europa
  • Nordasien
  • Wintergäste in Afrika und Asien

Blaukehlchen: Bildergalerie

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Häufige Fragen zum Blaukehlchen

Wo gibt es Blaukehlchen in Deutschland?

Schwerpunkt: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen - in Feuchtgebieten, Schilfflaechen, Donau- und Rhein-Auen. In Sueddeutschland seltener. Bestand stark wetterabhaengig (feuchte Jahre: viel; trockene: wenig).

Was frisst das Blaukehlchen?

Aussschliesslich Insekten und kleine Wirbellose - vor allem aus dem Schilf-Lebensraum: Schilfraupen, Schilfgallmuecken, Spinnen, Kleinkrebse, Insektenlarven. Im Spaetsommer auch Beeren als Zug-Reserve.

Wie unterscheidet man Blaukehlchen-Unterarten?

Weisssterniges Blaukehlchen (Luscinia svecica cyanecula): westeuropaeisch, Maennchen mit weissem Stern in der blauen Kehle. Rotsterniges (svecica): nordosteuropaeisch, mit rotem Stern. In Deutschland fast nur das Weisssternige als Brutvogel.

Wann singt das Blaukehlchen?

Ab Ankunft Anfang Mai bis Mitte Juli, vor allem im Mai/Juni. Maennchen singen oft aus dem Schilf heraus oder von einem niedrigen Pfahl. Komplexer Imitations-Gesang, oft mit Nachtigall verglichen.

Weitere Arten, die in ähnlichen Lebensräumen vorkommen oder häufig verwechselt werden.