Vogel-Lexikon · Eisvögel & Rackenvögel
Bienenfresser Steckbrief · Gesang · Verbreitung
Merops apiaster
Der Bienenfresser (Merops apiaster) ist mit seinem bunten Gefieder (gelbe Kehle, tuerkis-blaue Brust, kastanienbrauner Ruecken) der wahrscheinlich farbenpraechtigste Vogel Mitteleuropas - tropisch wirkend, doch heimisch. In Deutschland brueten 1.500-2.300 Paare, vor allem in den waermsten Regionen. Klimawandel beguenstigt seine Ausbreitung: 1990 nur ca. 10 Paare in Deutschland, heute 200-fache Vermehrung.
Steckbrief in Kuerze: Der Bienenfresser wird 27-29 cm lang, wiegt 50-70 g und hat eine Fluegelspannweite von 36-40 cm. Er lebt in offenen, warmen Landschaften (Weinberge, Sandgruben, Abbruchkanten), ernaehrt sich von Fluginsekten - vor allem Bienen, Wespen und Libellen, und wird im Schnitt 5 Jahre alt. Die Art ist nach IUCN nicht gefaehrdet (LC), Zugvogel nach Afrika.
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Vogelstimme
Gesang des Bienenfressers
Klingelndes, melodisches 'Pruee-pruee' im Flug - charakteristisch fuer den Trupp.
Zuletzt aktualisiert:
Bienenfresser erkennen und Lebensweise
Der Bienenfresser ist unverwechselbar bunt: kastanienbrauner Scheitel und Ruecken, gelbe Kehle mit schwarzem Halsband, tuerkis-blaue Unterseite, gelbe Schultern, schwarzer Augenstreif. Schlank gebaut mit langem spitzen Schnabel und mittelspitzem Schwanz. Maennchen und Weibchen aehneln sich; Maennchen sind etwas farbenintensiver. Sie brueten kolonial in Erdroehren in Sandgruben, Abbruchkanten oder Steinbruechen - oft mehrere Dutzend Paare zusammen.
Verbreitung des Bienenfressers
- Südeuropa (Heimat)
- Mitteleuropa (Ausbreitung)
- Afrika
- Westasien
Bienenfresser: Bildergalerie
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Häufige Fragen zum Bienenfresser
Wo gibt es in Deutschland Bienenfresser?
Schwerpunkt: Sachsen-Anhalt (groesste Population mit ca. 1.000 Paaren in Sandgruben des Schkopau-Geiseltal-Reviers), Brandenburg, Rheinland-Pfalz (Weinberge), Baden-Wuerttemberg (Kaiserstuhl), Bayern und mit Tendenz nach Norden. Lebensraum: warme, offene Sand- und Lehmgruben mit Abbruchkanten - oft alte Tagebaue oder Kiesgruben.
Sind Bienenfresser selten?
Mit 1.500-2.300 Paaren in Deutschland mittel-haeufig - vor 30 Jahren noch fast ausgestorben (ca. 10 Paare 1990). Der Bestand waechst stark durch Klimawandel: waermere Sommer und Winter ermoeglichen seine Brut in Regionen, die fruehere zu kalt waren.
Wo nistet der Bienenfresser?
In Erdroehren, die er selbst in vertikale Sand- oder Lehmwaende graebt - oft 50-150 cm tief. Brutkolonien koennen mehrere Dutzend Paare umfassen. Typische Brutplaetze: Sandgruben, Kiesgruben, Tagebau-Kanten, Abbruchstellen an Flussufern, manchmal sogar Strassenboeschungen oder Industrie-Abraumhalden.
Warum wird der Bienenfresser von Bienen nicht gestochen?
Bienenfresser schlagen ihre Bienen-Beute zuerst gegen einen Ast oder Stein, um den Stachel auszupressen, bevor sie sie schlucken. Diese erlernte Verhaltensweise schuetzt sie vor Stichen. Selbst wenn sie gelegentlich gestochen werden, sind sie weitgehend immun gegen Bienen- und Wespengift.
Welche Feinde hat der Bienenfresser?
Hauptfeinde sind Greifvoegel (vor allem Sperber und Habicht), Fuechse und Marder (an Brutroehren), und besonders Wanderfalke und Adler an Schlafplaetzen waehrend des Zuges. Im Winterquartier in Afrika kommen Schlangen und groessere Greifvogel-Arten hinzu. Hauptsterblichkeit durch lange Zugstrecke (8.000-10.000 km/Jahr).
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