Vogel-Lexikon · Hühnervögel
Rebhuhn Steckbrief · Gesang · Verbreitung
Perdix perdix
Das Rebhuhn (Perdix perdix) ist mit 28-32 cm ein typischer Huehnervogel der offenen Kulturlandschaft. Grau-braunes Tarngefieder, kastanienroter Bauchfleck (hufeisenformig beim Maennchen) und ein rotbraunes Gesicht. In Deutschland sind die Bestaende seit den 1970ern um 90% eingebrochen - heute nur noch 28.000-43.000 Brutpaare. Es war 1991 und 2025 (zweimal) Vogel des Jahres - ein Mahnsignal fuer die Agrarlandschaft.
Steckbrief in Kuerze: Das Rebhuhn wird 28-32 cm gross, wiegt 350-450 g und hat eine Fluegelspannweite von 45-50 cm. Es lebt in offener Kulturlandschaft mit Ackerstrukturen und Saumflaechen, ernaehrt sich von Samen, Gruenzeug und Insekten, und wird im Schnitt 1-2 Jahre alt. Die Art ist nach IUCN nicht gefaehrdet (LC), in Deutschland aber stark gefaehrdet (Rote Liste 2).
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- #Rote Liste 2
- #Vogel des Jahres 1991/2025
Vogelstimme
Gesang des Rebhuhns
Rauhes 'Kierrr-rick' und schnarrendes Kollern - oft in der Daemmerung gerufen.
Zuletzt aktualisiert:
Rebhuhn erkennen und Bestandsdrama
Das Rebhuhn ist kompakt, kurzschwaenzig, mit grau-braunem Tarngefieder. Maennchen haben einen hufeisenfoermigen kastanienroten Brustfleck; Weibchen unauffaelliger. Beide Geschlechter mit rotbraunem Gesicht und feinen schwarzen Streifen. Lebensraum: offene Aecker mit Wegrainen, Hecken, Brachflaechen und Wildkrautstreifen. Heute extrem selten geworden durch Intensivlandwirtschaft, Pestizide, Verlust von Saumstrukturen und Praedatoren-Druck.
Verbreitung des Rebhuhns
- Europa
- Westasien
- Nordamerika (eingebürgert)
Rebhuhn: Bildergalerie
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Häufige Fragen zum Rebhuhn
Wo gibt es noch Rebhuhn in Deutschland?
Restbestaende vor allem in strukturreichen Agrarlandschaften: Niedersachsen, NRW (Muensterland), Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und einzelne Hotspots in Bayern und Sachsen. Hauptkennzeichen geeigneter Lebensraeume: Hecken, breite Wegrainen, Wildkrautstreifen, Stoppelbrachen ueber Winter. In intensiv bewirtschafteten Aeckern ohne Strukturen ist es ausgestorben.
Sind Fasan und Rebhuhn das Gleiche?
Nein - beide sind verschiedene Arten in der gleichen Familie (Phasianidae). Fasan: groesser (75-90 cm bei Maennchen), Maennchen bunt, langschwaenzig, aus Asien eingebuergert. Rebhuhn: kleiner (28-32 cm), beide Geschlechter graubraun, kurzschwaenzig, heimisch. Fasan-Bestand stabil, Rebhuhn-Bestand stark abnehmend.
Kann man ein Rebhuhn essen?
Theoretisch ja - Rebhuhn ist traditionelles Federwild und Jagdwild. Praktisch aber: Die Bestaende sind in Deutschland so stark eingebrochen, dass die Bejagung weitgehend ausgesetzt ist (in vielen Bundeslaendern Schonzeit das ganze Jahr ueber). Wildfleisch von Rebhuhn kommt heute fast ausschliesslich aus Zuchten oder aus Importen aus Oesterreich, Ungarn.
Wie nennt man das maennliche Rebhuhn?
Das Maennchen heisst in der Jaegersprache 'Hahn' (Rebhahn), das Weibchen 'Henne' (Rebhenne). Junge Rebhuehner heissen 'Kuechlein' oder 'Junghahn'/'Jungenne'. Gemeinsam bilden sie eine 'Kette' (Familienverband mit Eltern und Jungvoegeln, oft 8-15 Tiere). Die Kette ist die zentrale Sozialstruktur der Art.
Welche Feinde hat das Rebhuhn?
Hauptfeinde sind Fuchs (groesster Praedator, vor allem an Bruten), Wieselarten, Marder, Habicht, Sperber und Maeusebussard (junge Vögel), dazu Raubsaeuger wie Steinmarder. Bei Eltern-Voegeln zaehlen auch Maehmaschinen zu den haeufigsten Todesursachen - die ueberraschende Maehung der hohen Wiesen toetet ganze Bruten und auch Altvoegel.
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