Vogel-Lexikon · Watvögel

Kiebitz Steckbrief · Gesang · Verbreitung

Vanellus vanellus

Der Kiebitz (Vanellus vanellus) ist mit 28-31 cm ein auffaelliger Watvogel mit metallisch gruen-violett schillerndem Rueckengefieder und langer, gebogener Federhaube. Sein lauter 'Kie-witt'-Ruf in Wiesenlandschaften gehoert zum Sound des Fruehjahrs. In Deutschland brueten nur noch 38.000-67.000 Paare - Bestand seit 1980 um 88% eingebrochen. Vogel des Jahres 1996.

Steckbrief in Kuerze: Der Kiebitz wird 28-31 cm gross, wiegt 200-300 g und hat eine Fluegelspannweite von 70-85 cm. Er lebt in feuchten Wiesen, Aeckern und Mooren, ernaehrt sich von Insekten und Regenwuermern, und wird im Schnitt 5-7 Jahre alt. Die Art ist nach IUCN potentiell gefaehrdet (NT), in Deutschland stark gefaehrdet (Rote Liste 2), Vogel des Jahres 1996.

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Vogelstimme

Gesang des Kiebitzs

Beruehmtes 'Kie-witt-witt' - melancholisch, hoch und nasal. Daher der Name (Onomatopoesie).

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Zuletzt aktualisiert:

Kiebitz erkennen und Bestandsdrama

Der Kiebitz ist unverwechselbar durch seine schillernd-gruen-violett schimmernde Oberseite, weisse Unterseite mit schwarzem Brustband, und die lange schwarze, nach hinten gebogene Federhaube. Maennchen und Weibchen aehneln sich; Weibchen haben eine kuerzere Haube. Im Flug fallen die breiten, rund gebogenen Fluegel und der gegabelt-zickzackende Flugbild auf. Lebensraum: feuchte Wiesen, Moore, Aecker mit Wasser-Pfuetzen. Bestand seit 1980 um 88% eingebrochen.

Kiebitz: Wissenswertes & Kuriositäten

Sechs Dinge über den Kiebitz, die selbst eingefleischten Beobachtern oft neu sind.

Fakt 1 / 4

88% Bestandsrueckgang

Die Kiebitz-Bestaende sind in Deutschland seit 1980 um 88% eingebrochen. Hauptursachen: Trockenlegung feuchter Wiesen, frueheres Maehen (vor Brutende), Pestizide und Bodenbruts-Praedatoren (Fuchs).

Fakt 2 / 4

Vogel des Jahres 1996

Der Kiebitz wurde 1996 zum Vogel des Jahres gewaehlt - als Botschafter fuer feuchte Wiesenlandschaften, die durch Entwaesserung verschwinden.

Fakt 3 / 4

Flugakrobat im Balzflug

Maennchen-Kiebitze fuehren im Fruehjahr spektakulaere Balzflug-Akrobatik vor: Sturzfluege, Loopings, Wendungen, dazu der laute 'Kie-witt'-Ruf. Der Balzflug zaehlt zu den schoensten Vogelschauspielen Europas.

Fakt 4 / 4

Bodennest mit 4 Eiern

Kiebitze brueten auf dem nackten Boden in einer kleinen Mulde, meist mit 4 dunkelfleckigen Eiern. Die Eier sind hervorragend getarnt. Bei Stoerung versucht das Weibchen mit Verleitung (gespielte Verletzung) den Praedator vom Nest wegzulocken.

Verbreitung des Kiebitzs

  • Europa
  • Asien bis Japan
  • Wintergäste in Nordafrika

Kiebitz: Bildergalerie

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Häufige Fragen zum Kiebitz

Wo gibt es Kiebitze in Deutschland?

Restbestaende vor allem in Norddeutschland (Niedersachsen, Schleswig-Holstein, NRW), Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern - in geschuetzten Wiesenlandschaften, Mooren und Naturschutzgebieten. In Sueddeutschland selten geworden. Wo Wiesen entwaessert wurden und Aecker dominieren, ist er regional ausgestorben.

Ist der Kiebitz selten?

Ja - mit 38.000-67.000 Brutpaaren in Deutschland deutlich rueckläufig. Vor 50 Jahren brueteten in Deutschland ueber 300.000 Paare. Auf der Roten Liste 2 (stark gefaehrdet). Global gilt er als 'potentiell gefaehrdet' (NT).

Warum sagt man kiebitzen?

Der Begriff 'kiebitzen' (heimlich zuschauen, z.B. beim Kartenspiel) leitet sich vom Vogel ab: Kiebitze sind sehr neugierig und beobachten alles in ihrer Umgebung, insbesondere im Schwarmflug. Wer 'kiebitzt', beobachtet wie ein Kiebitz - aufmerksam und etwas heimlich.

Wann ruft der Kiebitz?

Vor allem im Fruehjahr (Maerz bis Juni) waehrend der Balz- und Brutzeit. Die Maennchen rufen mehrfach taeglich, vor allem in den Morgen- und Abendstunden. Im Herbst und Winter (auf dem Zug und in Winterquartieren) sind die Rufe seltener und meist nur als Kontaktruf zu hoeren.

Wie gross wird ein Kiebitz?

28-31 cm lang, 70-85 cm Fluegelspannweite, 200-300 g Gewicht. Damit ist er deutlich groesser als ein Star, etwa amselgross, mit breiten gewoelbten Fluegeln. Maennchen und Weibchen sind etwa gleich gross.

Weitere Arten, die in ähnlichen Lebensräumen vorkommen oder häufig verwechselt werden.