Vogel-Lexikon · Greifvögel

Sperber Steckbrief · Gesang · Verbreitung

Accipiter nisus

Der Sperber (Accipiter nisus) ist ein kleiner, eleganter Greifvogel mit kurzen, breiten Fluegeln und langem Schwanz. Maennchen sind 28-34 cm gross mit blaugrauer Oberseite und orangerot gebaenderten Unterseite, Weibchen 35-41 cm und grau-braun. Sperber jagen ausschliesslich Voegel (Spatzengroesse bis Ringeltaube) mit explosiven Schnellstart-Angriffen aus der Deckung. In Deutschland brueten 16.000-21.000 Paare.

Steckbrief in Kuerze: Der Sperber wird 28-41 cm gross (Maennchen kleiner), wiegt 110-340 g und hat eine Fluegelspannweite von 55-80 cm. Er lebt in Waeldern, Gaerten und Stadtparks, jagt Singvoegel und Tauben, und wird im Schnitt 4-7 Jahre alt. Die Art ist nach IUCN nicht gefaehrdet (LC).

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Vogelstimme

Gesang des Sperbers

Schnelles 'Gick-gick-gick-gick' nahe Horst - aehnlich Habicht, aber hoeher und schneller.

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Sperber erkennen: klein, kompakt, fink-jagd-tauglich

Der Sperber hat die typische Akzipiter-Silhouette - kurze breite Fluegel + langer Schwanz - und ist deutlich kleiner als der Habicht. Maennchen tragen blaugrauen Rueckmantel und orangerote Querbinden auf der Brust; Weibchen sind grau-braun und groesser. Augen leuchtend gelb (Adulte) bzw. blass-gelb (Jungvoegel). Im Flug fallen die abrupten Beschleunigungen und schnellen Richtungswechsel auf - der Sperber jagt durch Hecken und ueber Gartenzaeune in ueberraschender Geschwindigkeit.

Jagdverhalten und Brut

Sperber jagen aus dem Sitzansitz oder im niedrigen Suchflug entlang von Hecken, Waldraendern und Gartenzaeunen. Beute werden vorwiegend kleine Singvoegel (Maennchen) bzw. Stare, Drosseln, Tauben (Weibchen) - der Geschlechtsdimorphismus optimiert die Beuteaufteilung. Sperber brueten in Nadelwaeldern mit dichtem Unterbestand. Das Weibchen legt 4-6 Eier (Mai), brutet 33-35 Tage; Jungen verlassen den Horst nach 26-31 Tagen.

Sperber: Wissenswertes & Kuriositäten

Sechs Dinge über den Sperber, die selbst eingefleischten Beobachtern oft neu sind.

Fakt 1 / 4

Geschlechtsdimorphismus: 50% Groessenunterschied

Sperber-Weibchen sind 50% groesser als Maennchen - extremste Geschlechtsdimorphie unter europaeischen Greifvoegeln. Dadurch jagen sie unterschiedliche Beute und konkurrieren nicht miteinander.

Fakt 2 / 4

Comeback nach DDT-Krise

Bis 1970er Jahre war der Sperber durch DDT-Belastung in Mitteleuropa fast ausgestorben. Nach dem DDT-Verbot (1972 in Deutschland) erholte sich die Population: 16.000-21.000 Paare heute - eine der erfolgreichsten Greifvogel-Rueckkehrgeschichten.

Fakt 3 / 4

Stadt-Jaeger

Sperber haben Staedte erobert: Sie jagen Sperlinge, Stare und Tauben an Futterstellen in Gaerten. Bis zu 6.000 Sperber leben heute in Berlin und Hamburg - eine erstaunliche Anpassung von einem ehemaligen Tiefwaldbewohner.

Fakt 4 / 4

Frisst nur Voegel

Im Gegensatz zu den meisten Greifvoegeln jagt der Sperber zu fast 99% nur Voegel - vor allem Spatzen, Meisen, Stare und Drosseln. Saeugetiere sind extrem selten auf seinem Speiseplan.

Verbreitung des Sperbers

  • Ganz Europa
  • Asien bis Japan
  • Nordafrika

Sperber: Bildergalerie

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Häufige Fragen zum Sperber

Welche Tiere frisst der Sperber?

Fast ausschliesslich Voegel - Maennchen jagen Singvoegel von Meisengrosse bis Drossel (Spatzen, Meisen, Finken, Drosseln, Stare), Weibchen jagen groessere Voegel bis Ringeltaubengrosse. Tauben, Krähen und kleine Eichelhaeher gehoeren zu den Lieblings-Beute der Weibchen. Saeugetiere sind kaum vorhanden im Speiseplan.

Wie erkenne ich einen Sperber?

Kleiner Akzipiter mit kurzen breiten Fluegeln und langem Schwanz (Habicht-aehnliche Silhouette, aber deutlich kleiner). Maennchen blaugrau am Ruecken mit orange-querbandiertem Bauch, Weibchen grau-braun und merklich groesser. Im Flug rascher und niedriger als Habicht; bevorzugt Hecken und Gartenzaeune statt offenem Himmel.

Was tun gegen Sperber im Garten?

Sperber sind streng geschuetzt - es ist illegal, sie zu vertreiben oder zu toeten. Wenn ein Sperber regelmaessig die Futterstelle aufsucht: Futter zeitweise zurueckziehen (Singvoegel finden andere Quellen), Versteck-Strukturen mit Hecken/Sturchen einbauen, Futterstelle naeher an Hecken/Gebuesch verlegen. Ein Sperber im Garten ist eigentlich ein Naturschutz-Erfolg - er zeigt eine intakte Vogel-Nahrungskette an.

Wo findet man Sperber im Winter?

Sperber sind Teilzieher: Mitteleuropaeische Vögel bleiben oft im Brutgebiet, junge Maennchen wandern oft suedwaerts. Im Winter sieht man sie verstaerkt in Stadtparks, Garten-Futterstellen und an Vogelvorkommen wie Schilfgebieten. Wintergaeste aus Skandinavien und Russland verstaerken den Bestand.

Wer ist der Feind vom Sperber?

Hauptfeinde des Sperbers sind groessere Greifvoegel (Habicht), Uhus und Steinmarder (an Bruthorsten). Junge Sperber werden manchmal von Eichelhaehern und Krähen attackiert. Hauptbedrohung historisch und teils heute: Pestizide (DDT war Hauptursache der Bestandszusammenbruche der 1960er) und illegale Verfolgung.

Welches Tier frisst einen Sperber?

Adulte Sperber haben kaum natuerliche Feinde, ausser dem Habicht (der seine kleineren Verwandten schlaegt) und dem Uhu (jagt Sperber an Schlafplaetzen). Im Horst sind Steinmarder und Waschbaeren eine Gefahr fuer Eier und Jungvoegel. Hauskatzen koennen auch fluegge Jungvoegel erbeuten.

Weitere Arten, die in ähnlichen Lebensräumen vorkommen oder häufig verwechselt werden.