Vogel-Lexikon · Greifvögel
Turmfalke Steckbrief · Gesang · Verbreitung
Falco tinnunculus
Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist mit 32-39 cm der haeufigste Falke Deutschlands und der einzige Greifvogel, der regelmaessig 'ruettelt' (stationaer in der Luft schwirrt). Maennchen tragen einen blaugrauen Kopf, rostbraunen Ruecken mit dunklen Punkten und einen blaugrauen Schwanz mit schwarzer Endbinde; Weibchen sind rotbraun gestreift. In Deutschland brueten 39.000-65.000 Paare. Der Turmfalke war 2007 Vogel des Jahres.
Steckbrief in Kuerze: Der Turmfalke wird 32-39 cm gross, wiegt 150-300 g und hat eine Fluegelspannweite von 65-80 cm. Er lebt in offenen Kulturlandschaften, Wiesen, Aeckern und Staedten, jagt Maeuse, Wuehlmaeuse und Insekten, und wird im Schnitt 4-6 Jahre alt. Die Art ist nach IUCN nicht gefaehrdet (LC).
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Vogelstimme
Gesang des Turmfalkes
Schnelles, scharfes 'Kikikiki' - oft nahe Brutplatz oder bei Aufregung.
Zuletzt aktualisiert:
Turmfalke erkennen: Ruettelflug und Faerbung
Der Turmfalke ist mittelgross mit langen, spitzen Fluegeln und langem Schwanz. Maennchen: blaugrauer Kopf, rotbrauner gefleckter Ruecken, blaugrauer Schwanz mit breiter schwarzer Endbinde. Weibchen: einheitlich rotbraun mit dunklen Querstreifen am Schwanz, groesser als Maennchen. Wichtigstes Erkennungsmerkmal in der Luft: stationaeres 'Ruetteln' (Schweben gegen den Wind mit schnellen Fluegelschlaegen) - kein anderer heimischer Greifvogel macht das so haeufig.
Jagdverhalten, Brut & Stadtleben
Turmfalken jagen vor allem aus dem Ruettelflug in 10-30 m Hoehe oder aus dem Sitzansitz an Strommasten und Bäumen. Hauptbeute: Feldmaeuse, Wuehlmaeuse, Insekten (besonders Heuschrecken) und gelegentlich kleine Voegel. Sie nutzen UV-Reflexion von Maeuse-Urinspuren zur Beuteortung. Brut: in alten Krähen- oder Greifvogelhorsten, an Felsen, Türmen, Kirchenruinen, Hochhausnischen. 4-7 Eier, 27-31 Tage Brut. Stadtbevoelkerungen wachsen seit 30 Jahren stark.
Verbreitung des Turmfalkes
- Ganz Europa
- Asien, Afrika
- Wintergäste in Indien und Südostasien
Turmfalke: Bildergalerie
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Häufige Fragen zum Turmfalke
Wie erkenne ich einen Turmfalke?
Der einzige heimische Greifvogel, der regelmaessig 'ruettelt' (stationaer in der Luft schwirrt) - das ist das beste Erkennungsmerkmal. Mittelgross mit spitzen, langen Fluegeln und langem Schwanz. Maennchen blaugrauer Kopf und Schwanz; Weibchen rotbraun. Am Boden gesehen erkennt man den kurzen, gekruemmten Falken-Schnabel mit Falken-Zahn.
Welche Vögel fressen Turmfalken?
Turmfalken jagen vor allem kleine Saeugetiere (Feldmaeuse, Wuehlmaeuse, Spitzmaeuse), Insekten (Heuschrecken, Käfer) und gelegentlich Kleinvoegel (Spatzen, Singvogelkueken). Voegel machen aber nur 5-10% der Beute aus - es ist also kein Vogeljaeger wie Sperber oder Wanderfalke. Mauerbiene-Beute kommt im Spaetsommer dazu.
Koennen Turmfalken Tauben schlagen?
Nein - Turmfalken sind zu klein, um gesunde Tauben zu erbeuten. Stadttauben sind groesser und kraeftiger; sie werden vor allem von Wanderfalke und Habicht gejagt. Turmfalken erbeuten gelegentlich junge oder geschwaechte Tauben, aber das ist eine Ausnahme. Hauptbeute bleiben Maeuse.
Was ist das Besondere an Turmfalken?
Erstens: Ruettelflug - einzigartiger stationaerer Schwebeflug. Zweitens: UV-Sehfaehigkeit fuer Maeuse-Urinspuren. Drittens: Sehr erfolgreicher Stadt-Greifvogel mit wachsenden Bestaenden in Berlin, Hamburg und anderen Großstädten. Viertens: Vogel des Jahres 2007. Fuenftens: Geschlechtsdimorphismus mit blaugrauem Maennchen und rotbraunem Weibchen.
Sind Turmfalken standorttreu?
Erwachsene Turmfalken sind ueberwiegend standorttreu - sie bleiben jahrzehntelang im gleichen Revier. Junge Voegel hingegen ziehen oft hunderte Kilometer suedwaerts (vor allem die ersten zwei Lebensjahre) und kommen erst zur Brut zurueck. Mitteleuropaeische Vögel ueberwintern teils in Frankreich, Mittelmeer; viele Ostvoegel ziehen bis Afrika.
Welche natuerlichen Feinde hat der Turmfalke?
Hauptfeinde sind groessere Greifvoegel (Habicht, Wanderfalke, Uhu) und am Bruthorst Steinmarder und Waschbaeren. Junge Turmfalken werden oft von Krähen und Bussarden attackiert. Hauptbedrohung historisch und heute: Pestizide (DDT war Hauptursache der 1960er-Bestandszusammenbruche), Vergiftung durch Maeusekoeder, Verlust von Nestplaetzen durch Kirchenturm-Versiegelung.
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