Vogel-Lexikon · Watvögel

Bekassine Steckbrief · Gesang · Verbreitung

Gallinago gallinago

Die Bekassine (Gallinago gallinago) ist mit 25-27 cm ein mittelgrosser Watvogel mit auffallend langem, geradem Schnabel (etwa 7 cm) und kryptischem braunen Tarngefieder. In Deutschland brueten nur 5.500-9.500 Paare - der Bestand ist seit 1980 um 60% eingebrochen. Sie war 2013 Vogel des Jahres. Beruehmt fuer den 'Meckern'-Balzflug.

Steckbrief in Kuerze: Die Bekassine wird 25-27 cm gross, wiegt 80-180 g und hat eine Fluegelspannweite von 39-50 cm. Sie lebt in Feuchtwiesen, Mooren und Sumpfgebieten, ernaehrt sich von Wirbellosen, und wird im Schnitt 3-5 Jahre alt. Die Art ist nach IUCN nicht gefaehrdet (LC), in Deutschland stark gefaehrdet (Rote Liste 2), Vogel des Jahres 2013.

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Vogelstimme

Gesang des Bekassines

'Meckern'-Geraeusch beim Balzflug durch Schwanzfedern, dazu 'Tikup-tikup'-Rufe.

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Bekassine erkennen und Balzflug

Die Bekassine ist mittelgross mit auffallend langem, geradem Schnabel (etwa 7 cm, fast koerperlang!). Gefieder kryptisch braun-gelb gestreift und gefleckt - perfekte Tarnung in der Wiesen-Vegetation. Beine kurz, gelblich. Maennchen und Weibchen aehneln sich. Das Beruehmte ist der Balzflug: Maennchen steigen in 50-100 m Hoehe auf und stuerzen mit ausgestellten aeussersten Schwanzfedern - dadurch entsteht ein meckerndes Brumm-Geraeusch, das nicht der Stimme entspricht, sondern den vibrierenden Federn.

Bekassine: Wissenswertes & Kuriositäten

Sechs Dinge über den Bekassine, die selbst eingefleischten Beobachtern oft neu sind.

Fakt 1 / 4

Vogel des Jahres 2013

Die Bekassine wurde 2013 zum Vogel des Jahres in Deutschland gewaehlt - als dramatischer Botschafter fuer den Rueckgang der Feuchtwiesen und Moore um 60% seit 1980.

Fakt 2 / 4

Federn machen 'Meckern'-Geraeusch

Im Balzflug erzeugt die Bekassine kein Stimm-, sondern ein mechanisches Federgeraeusch: Beim Sturzflug ausgestellte aeusserste Schwanzfedern vibrieren im Luftzug und machen ein meckern-aehnliches Brumm-Geraeusch. Einmalig unter heimischen Voegeln.

Fakt 3 / 4

Bestandsrueckgang 60%

Bekassinen-Bestaende sind in Deutschland seit 1980 um 60% eingebrochen. Hauptursache: Trockenlegung von Feuchtwiesen und Mooren, intensive Mahd, Entwaesserung. Heute nur noch in Naturschutzgebieten regelmaessig zu beobachten.

Fakt 4 / 4

7 cm Schnabel zum Stochern

Der lange Schnabel der Bekassine ist mit Tast- und Schmeckzellen besetzt - sie 'fuehlt' Beute im Schlamm. Die obere Schnabelspitze ist beweglich (Rhynchokinese) und kann sich oeffnen, ohne den ganzen Schnabel zu oeffnen.

Verbreitung des Bekassines

  • Europa
  • Nordasien
  • Wintergäste in Afrika und Südeuropa

Bekassine: Bildergalerie

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Häufige Fragen zum Bekassine

Wo lebt die Bekassine?

In Feuchtwiesen, Mooren, Sumpfgebieten und ueberfluteten Wiesen. Schwerpunkt: Norddeutschland und Brandenburg, vor allem in Naturschutzgebieten. In intensiv bewirtschafteten Aeckern ohne Feuchtigkeit ausgestorben. Bestand stark abnehmend - bevorzugt restliche Moor-Reste.

Was frisst die Bekassine?

Wirbellose im Schlamm: Regenwuermer, Insektenlarven, kleine Schnecken, Kleinkrebse. Sie stochert mit dem langen Schnabel im weichen Boden und 'fuehlt' Beute. Pro Tag braucht sie 40-60 g Wirbellose - was bei trockenen Boeden zu Hunger fuehrt.

Was ist das 'Meckern' der Bekassine?

Ein mechanisches Federgeraeusch im Balzflug: Maennchen stuerzen aus 50-100 m Hoehe; ihre ausgestellten aeussersten Schwanzfedern vibrieren im Luftzug und erzeugen ein meckerndes Brumm-Geraeusch (wie ein Ziegen-'Meckern'). Daher der Spitzname 'Himmelsziege' fuer die Bekassine.

Ist die Bekassine selten?

Ja - mit 5.500-9.500 Brutpaaren in Deutschland deutlich rueckläufig (auf der Roten Liste 2: stark gefaehrdet). Vor 50 Jahren brueteten in Deutschland 50.000+ Paare. Hauptursachen: Verlust von Feuchtwiesen und Mooren. Daher Vogel des Jahres 2013.

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