Vogel-Lexikon · Wasservögel

Löffler Steckbrief · Gesang · Verbreitung

Platalea leucorodia

Der Loeffler (Platalea leucorodia) ist mit 80-93 cm ein grosser weisser Schreitvogel mit einem unverwechselbaren, loeffelfoermigen schwarzen Schnabel mit gelber Spitze. In Deutschland brueten 250-300 Paare (Schleswig-Holstein, Niedersachsen) - eine Erfolgsgeschichte der letzten 30 Jahre. War vor 1995 nur Wintergast.

Steckbrief in Kuerze: Der Loeffler wird 80-93 cm gross, wiegt 1,1-2,0 kg und hat eine Fluegelspannweite von 115-135 cm. Er lebt an Kuesten, Flachwasser-Bereichen und Sumpfgebieten, ernaehrt sich von Kleinkrebsen und Wasserinsekten, und wird im Schnitt 15-25 Jahre alt. Die Art ist nach IUCN nicht gefaehrdet (LC), in Deutschland streng geschuetzt.

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Vogelstimme

Gesang des Löfflers

Sehr leise - hauptsaechlich klappert er mit dem Schnabel, manchmal raue 'Khra'-Rufe.

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Loeffler erkennen und Verhalten

Der Loeffler ist unverkennbar durch seinen langen, schwarzen Schnabel mit unverwechselbarer Loeffel-Form an der Spitze (mit gelbem Endfleck). Gefieder ueberwiegend weiss, im Prachtkleid (Brutzeit) mit gelblichem Brustfleck und elegantem Schopf am Hinterkopf. Beine schwarz. Im Flug Hals gestreckt nach vorn (wie Storch, nicht zurueckgezogen wie Reiher). Fuettert im flachen Wasser durch seitliche Schnabel-Bewegungen - 'wuehlt' nach Kleinkrebsen und Insekten.

Löffler: Wissenswertes & Kuriositäten

Sechs Dinge über den Löffler, die selbst eingefleischten Beobachtern oft neu sind.

Fakt 1 / 4

Wiederkehr seit 1995

Der Loeffler war in Deutschland 1990 noch kein Brutvogel - erste Brut 1995 im Wattenmeer. Seitdem stark zunehmend: heute 250-300 Brutpaare. Eine der erstaunlichsten Wiederansiedlungsgeschichten - getragen vom Klimawandel und holländischen Schutzbemuehungen.

Fakt 2 / 4

Wuehlt sich im Wasser

Der Loeffler frisst durch seitliche Schnabel-Bewegungen im Flachwasser: er schwingt den geoeffneten Schnabel hin und her und schliesst ihn, sobald etwas hineingerät - eine einmalige Jagd-Technik unter heimischen Voegeln.

Fakt 3 / 4

Brut in Reiherkolonien

Loeffler brueten oft in gemischten Kolonien mit Graureihern und Kormoranen - die soziale Naehe bietet Schutz vor Praedatoren. Brutplaetze im Wattenmeer, Mecklenburger Seen und an Bodensee.

Fakt 4 / 4

Storchen-aehnlich im Flug

Im Gegensatz zu Reihern (Hals zurueckgezogen) fliegt der Loeffler mit gestrecktem Hals nach vorn - wie ein Storch. Das ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal von Loeffler vs. Silberreiher von weiter Distanz.

Verbreitung des Löfflers

  • Europa (Süd, Niederlande)
  • Asien
  • Afrika

Löffler: Bildergalerie

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Häufige Fragen zum Löffler

Wo gibt es Loeffler in Deutschland?

Schwerpunkt: Schleswig-Holstein und Niedersachsen (Wattenmeer-Kueste, Memmert, Trischen). Daneben kleinere Bestaende in Mecklenburg-Vorpommern und am Bodensee. Im Binnenland selten als Durchzuegler. Bestand wachsend - klassischer Klimagewinner.

Was frisst der Loeffler?

Kleinkrebse, Garnelen, Wasserinsekten, kleine Fische, Kaulquappen, Mollusken. Er 'wuehlt' im flachen Wasser mit seitlichen Schnabel-Bewegungen und filtert die Beute heraus - effiziente Spezial-Technik.

Wie unterscheide ich Loeffler und Silberreiher?

Loeffler: weiss mit unverwechselbarem loeffelformigen schwarzen Schnabel, gelblicher Brustfleck im Prachtkleid, fliegt mit gestrecktem Hals. Silberreiher: weiss mit gelbem (bzw. schwarzem) spitzem Schnabel, fliegt mit zurueckgezogenem Hals. Schnabel-Form ist eindeutig.

Ist der Loeffler selten?

Mit 250-300 Brutpaaren in Deutschland selten und an spezielle Kuesten-Lebensraeume gebunden. Aber Bestand zunehmend (vor 1995 nicht brutend, heute 250+). Eine Sichtung an der Nordseekueste oder am Wattenmeer ist mittlerweile regelmaessig moeglich.

Weitere Arten, die in ähnlichen Lebensräumen vorkommen oder häufig verwechselt werden.