Vogel-Lexikon · Singvögel

Goldammer Steckbrief · Gesang · Verbreitung

Emberiza citrinella

Die Goldammer (Emberiza citrinella) ist eine der typischsten Voegel der offenen Kulturlandschaft - das Maennchen unverkennbar mit knallgelben Kopf und gelber Brust. In Deutschland brueten 1,4-2,0 Mio. Paare. Ihr Gesang 'Wie-wie-wie hab ich dich lieb' ist ein klassisches Kennzeichen mitteldeutscher Feldsaeume. Sie war 1999 Vogel des Jahres.

Steckbrief in Kuerze: Die Goldammer wird 15-17 cm gross, wiegt 26-36 g und hat eine Fluegelspannweite von 23-29 cm. Sie lebt in offener Kulturlandschaft mit Hecken, Saumstrukturen und Brachen, ernaehrt sich von Samen und Insekten, und wird im Schnitt 2-3 Jahre alt. Die Art ist nach IUCN nicht gefaehrdet (LC), Vogel des Jahres 1999.

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Vogelstimme

Gesang des Goldammers

Beruehmtes 'Wie-wie-wie hab ich dich lieb!' - kurze, ansteigende Strophe vom Hecken-Maennchen.

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Goldammer erkennen und Lebensraum

Goldammer-Maennchen sind unverkennbar gelb: knallgelber Kopf, gelbe Brust mit dunklen Streifen, rotbrauner Ruecken mit dunklen Strichen, langer gegabelter Schwanz. Weibchen sind matter und unauffaelliger gelb-braun gefaerbt. Lebensraum: offene Aecker mit Hecken, Saumstrukturen, Wegrainen und Brachen. Sie singen aus erhoehter Warte (Heckenspitze, Strauch, Telefonleitung).

Goldammer: Wissenswertes & Kuriositäten

Sechs Dinge über den Goldammer, die selbst eingefleischten Beobachtern oft neu sind.

Fakt 1 / 4

Vogel des Jahres 1999

Die Goldammer wurde 1999 zum Vogel des Jahres gewaehlt - als Botschafter fuer Hecken und Saumstrukturen in der Agrarlandschaft, die durch Flurbereinigung verschwinden.

Fakt 2 / 4

Regionale Dialekte

Goldammer-Gesaenge zeigen Regionale Dialekte: Britische Maennchen singen anders als deutsche, sueddeutsche anders als norddeutsche. Forscher nutzen das als Lehrbeispiel fuer kulturelle Evolution bei Voegeln.

Fakt 3 / 4

Wie Beethoven die Goldammer notierte

Beethoven hat die Goldammer-Strophe angeblich als Inspiration fuer das Anfangsmotiv seiner 5. Sinfonie verwendet ('Da-da-da-daa'). Die Aehnlichkeit ist phonetisch eindeutig.

Fakt 4 / 4

Bestandsrueckgang

Goldammer-Bestaende sind seit 1990 um 30% zurueckgegangen wegen Verlust strukturreicher Aeckern. Sie reagiert empfindlich auf Pestizid-Einsatz und Wegfall der Stoppelfelder im Winter.

Verbreitung des Goldammers

  • Ganz Europa
  • Vorderasien
  • Sibirien

Goldammer: Bildergalerie

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Häufige Fragen zum Goldammer

Ist die Goldammer selten?

Nicht selten (1,4-2,0 Mio. Brutpaare), aber Bestand seit 1990 um 30% rueckläufig. In strukturreichen Aeckern und Wieslandschaften noch regelmaessig zu hoeren und zu sehen; in intensiv bewirtschafteten Aeckern ohne Hecken und Saumflaechen seltener geworden.

Welche Voegel sehen der Goldammer aehnlich?

Das aehnlichste ist der Girlitz (kleiner, mehr gelb-gruen, mit kuerzerem Schnabel), der Bluthaenfling-Weibchen, und der Grauammer. Goldammer ist groesser als Girlitz, mit deutlich langerem Schwanz. Maennchen-Goldammer ist unverwechselbar durch das knallgelbe Gesicht; Weibchen-Goldammer kann mit der grauer Rohrammer-Variante verwechselt werden.

Sind Girlitz und Goldammer das Gleiche?

Nein - der Girlitz (Serinus serinus) ist ein kleiner Fink (11-12 cm), die Goldammer ist eine Ammer (15-17 cm). Beide haben gelbe Faerbung, aber der Girlitz hat einen kuerzeren, kraefigeren Schnabel und einen klingenden, gluckernden Gesang - die Goldammer einen rhythmisch ansteigenden Strophen-Gesang.

Sind Goldammer Zugvogel?

Standvogel mit teilziehenden Bestaenden. Mitteleuropaeische Goldammern bleiben ueberwiegend im Brutgebiet; ein Teil zieht in milderes Klima Suedeuropas. Wintergaeste aus Skandinavien und Russland kommen nach Mitteleuropa - im Winter sieht man Goldammern oft in Trupps von 20-50 Tieren auf Stoppelfeldern oder mit Finken vergesellschaftet.

Was frisst Goldammer?

Hauptnahrung: Samen und Koerner (Getreide, Gras-Samen, Wildkrauter), im Sommer auch Insekten und Spinnen fuer die Jungenaufzucht. Im Winter Stoppelfelder mit Saatresten - der Verlust solcher Winterstoppel ist eine Hauptursache fuer den Bestandsrueckgang.

Weitere Arten, die in ähnlichen Lebensräumen vorkommen oder häufig verwechselt werden.