Vogel-Lexikon · Singvögel

Haussperling Steckbrief · Gesang · Verbreitung

Passer domesticus

Der Haussperling (Passer domesticus), allgemein 'Spatz' genannt, ist mit 14-16 cm einer der bekanntesten Voegel der Welt - und einer der haeufigsten in Mitteleuropa. Maennchen mit grauer Scheitelkappe, schwarzem Latz, kastanienbraunem Nacken. Weibchen unauffaellig braun. In Deutschland brueten 2,3-3,3 Mio. Paare. Bestand seit 1990 leicht rueckläufig - er war 2002 Vogel des Jahres.

Steckbrief in Kuerze: Der Haussperling wird 14-16 cm lang, wiegt 24-39 g und hat eine Fluegelspannweite von 19-25 cm. Er lebt in menschlichen Siedlungen, Doerfern und Staedten, ernaehrt sich von Samen, Insekten und Brot, und wird im Schnitt 2-3 Jahre alt. Die Art ist nach IUCN nicht gefaehrdet (LC), Vogel des Jahres 2002.

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Vogelstimme

Gesang des Haussperlings

Bekanntes 'Tschilp-tschilp' und vielfaeltiges Geschnatter - klassisches Stadt-Geraeusch.

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Haussperling erkennen und Stadtleben

Haussperling-Maennchen sind unverwechselbar: grauer Scheitel, kastanienbrauner Nacken, schwarzer Latz unter dem Schnabel, brauner Ruecken mit schwarzen Streifen. Weibchen einheitlich graubraun, mit hellem Augenstreif. Beide Geschlechter haben den typischen dicken, kegelfoermigen Schnabel (Samenfresser). Sie lebt fast ausschliesslich in menschlicher Naehe - in Doerfern, Staedten, Bauernhoefen, Industrieanlagen.

Haussperling: Wissenswertes & Kuriositäten

Sechs Dinge über den Haussperling, die selbst eingefleischten Beobachtern oft neu sind.

Fakt 1 / 4

Welt-Vogel der Menschheit

Der Haussperling folgt menschlicher Siedlung seit ueber 10.000 Jahren - seit der Landwirtschaft. Heute lebt er auf 6 Kontinenten (eingebuergert in Amerika, Australien, Afrika) - der wohl weitestverbreitete Vogel der Welt.

Fakt 2 / 4

Bestandsrueckgang Stadt-Spatz

Stadt-Spatzen sind seit 1990 um 50% zurueckgegangen - Ursachen: weniger Insekten fuer Jungenaufzucht, Verschluss alter Mauern und Daecher, weniger Brachflaechen. Daher Vogel des Jahres 2002.

Fakt 3 / 4

Brutet kolonial

Haussperlinge brueten kolonial in lockeren Gemeinschaften von oft 5-30 Paaren in einer Hausnische, einem Dachvorsprung oder Mauerritze. Sehr sozial - auch ausserhalb der Brutzeit in Trupps.

Fakt 4 / 4

Wirklich nicht-singvogel?

Der Haussperling singt nicht klassisch - sein 'Gesang' ist ein zwitscherndes Geschnatter ohne richtige Strophen. Trotzdem gehoert er zu den Singvoegeln (Passeriformes) - die Bezeichnung bezieht sich auf den anatomischen Stimmapparat, nicht auf den Gesang.

Verbreitung des Haussperlings

  • Ganz Europa, Asien, Nordafrika
  • Eingebürgert in Nord- und Südamerika, Australien, Südafrika
  • Heute weltweit verbreitet — folgt dem Menschen seit der Sesshaftwerdung
Verbreitungskarte Haussperling

Häufige Fragen zum Haussperling

Sind Haussperling und Spatz dasselbe?

Ja - 'Spatz' ist der umgangssprachliche Name fuer den Haussperling (Passer domesticus). Der Feldsperling (Passer montanus) wird auch 'Spatz' genannt, ist aber eine andere Art - mit braunem Kopf statt grauem. Beide gehoeren zur Familie der Sperlinge (Passeridae).

Warum gibt es weniger Spatzen in Staedten?

Bestaende sind seit 1990 um 50% zurueckgegangen. Ursachen: Verschluss alter Bruthoehlen in Mauern und Daechern durch Sanierung, weniger Insekten fuer Jungenaufzucht (Pestizide, weniger Brachflaechen), weniger natuerliche Futterquellen (Garten-Bodendecker statt Wildkrauter). Vogel des Jahres 2002.

Wo brueten Haussperlinge?

In Hauswaenden - Mauernischen, alten Dachzeigen, Lochsteinen, Garagendaecher, hohlen Holzbalken, Fledermauskaesten. Sie nehmen Spatzennistkaesten gerne an. Brutet kolonial: oft 5-30 Paare in einer Hauswand.

Was fressen Spatzen?

Hauptsaechlich Samen und Koerner (Getreide, Sonnenblumen, Gras-Samen). Im Sommer fuer Jungenaufzucht zusaetzlich Insekten und Spinnen. In Staedten auch Brot, Brotkrumen und Speisereste.

Wie alt werden Spatzen?

Durchschnittlich 2-3 Jahre in freier Wildbahn. Der aelteste bekannte Spatz wurde 13 Jahre alt. Sterblichkeit im ersten Jahr extrem hoch (~70%), danach steigt die Lebenserwartung.

Weitere Arten, die in ähnlichen Lebensräumen vorkommen oder häufig verwechselt werden.