Vogel-Lexikon · Singvögel

Haubenlerche Steckbrief · Gesang · Verbreitung

Galerida cristata

Die Haubenlerche (Galerida cristata) ist mit 17-19 cm eine kompakte Lerche mit auffalligem Federbusch ('Haube') auf dem Kopf. In Deutschland brueten nur 1.300-2.000 Paare - Rote Liste 1 (vom Aussterben bedroht). Bevorzugt Industriebrachen, Ortsraender und Bahnhoefe. IUCN: nicht gefaehrdet (LC).

Steckbrief in Kuerze: Die Haubenlerche wird 17-19 cm gross, wiegt 35-50 g und hat eine Fluegelspannweite von 29-38 cm. Sie lebt auf Industriebrachen und Ortsraendern, ernaehrt sich von Samen und Insekten, und wird im Schnitt 3-5 Jahre alt. Rote Liste 1, vom Aussterben bedroht.

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Vogelstimme

Gesang des Haubenlerches

Klangvolles, melancholisches 'Trii-trie-trii' - oft im Schwirrflug.

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Haubenlerche erkennen

Etwas groesser als die Feldlerche, sandbraun-gestreift, mit dem markanten aufrichtbaren Federbusch ('Haube') am Hinterkopf - unverkennbar. Kraeftiger Schnabel, kurze Beine, gedrungene Statur. Maennchen und Weibchen aehneln sich. Lebt in Pionier-Vegetation: Industriebrachen, Gleisanlagen, Bahnhofsumland, Schuttplaetze, Stadtrand. Sehr standorttreu - bleibt oft jahrelang in einem kleinen Gebiet.

Haubenlerche: Wissenswertes & Kuriositäten

Sechs Dinge über den Haubenlerche, die selbst eingefleischten Beobachtern oft neu sind.

Fakt 1 / 3

Stadttier, das verschwindet

Die Haubenlerche ist klassischer Industriebrache- und Bahnhofsvogel. Mit der Renaturierung und Wiederbebauung dieser Flaechen verschwindet sie rapide - 90% Bestandsrueckgang seit 1990. Daher Rote Liste 1.

Fakt 2 / 3

Standvogel im Schnee

Im Gegensatz zu anderen Lerchen ist die Haubenlerche Standvogel - bleibt auch bei Schnee und Eis im Brutgebiet. Sie sucht dann Bahnhoefe und Strassen mit Streumitteln auf.

Fakt 3 / 3

Singflug aus dem Stand

Maennchen singen oft aus dem Stand auf Daechern, Strommasten, sogar Verkehrsschildern. Daneben gibt es auch klassischen Singflug, aber niedriger als bei der Feldlerche.

Verbreitung des Haubenlerches

  • Europa
  • Nordafrika
  • Asien

Haubenlerche: Bildergalerie

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Häufige Fragen zum Haubenlerche

Wo gibt es noch Haubenlerchen in Deutschland?

In Bahnhof-Umfeldern, Industriebrachen, Halden, Kiesgruben, Stadtraendern - vor allem im Ruhrgebiet, Saarland, Frankfurt-Umland und in mitteldeutschen Industrieregionen. Sehr lokal - viele Bestaende bereits ausgestorben.

Warum ist sie so selten geworden?

Verlust ihrer Pionier-Habitate: Industriebrachen werden begruent oder bebaut, Bahnhoefe werden 'sauber gehalten' (kein Schotter mehr, keine Wildkraeuter). Bestaende von 30.000 Paaren (1980) auf 1.300-2.000 (2025) - dramatischer Rueckgang.

Was frisst die Haubenlerche?

Im Sommer Insekten (Kaefer, Heuschrecken, Spinnen); im Winter Samen (Wildkraeuter, Disteln, abgefallene Saemereien an Strassenraendern und Bahnhoefen).

Weitere Arten, die in ähnlichen Lebensräumen vorkommen oder häufig verwechselt werden.